Das Ende der Internet-Euphorie und die allgemein schlechte Wirtschaftslage haben sich in den
letzten Jahren negativ auf die Finanzierungschancen für Start-up-Unternehmen bei Investmentgesellschaften
ausgewirkt. Neue Regelungen der Banken für die Kreditvergabe (Basel II) erschweren auch die
Aufnahme von Fremdkapital über Banken. Insbesondere für Start-ups ist die Kapitalbeschaffung somit
deutlich schwieriger geworden. Sofern das Unternehmen überhaupt in der Lage ist, Investoren zu
gewinnen, wird die Mittelvergabe regelmäßig erst nach einer gründlichen Untersuchung des
Business-Plans und des Unternehmens (Due Diligence) erfolgen.
Dennoch: Die Gründerzeiten sind nicht vorbei! Im Gegenteil. Zwar sind die Meldungen über die
aktuelle Entwicklung widersprüchlich, doch deuten wichtige Indikatoren auf einen Aufwärtstrend bei
der Finanzierung von Gründungen hin. So investieren private Finanziers deutlich mehr Geld in
Start-ups als in den Jahren zuvor. Auch stehen entsprechend zugeschnittene Förderprogramme bereit.
Noch vor wenigen Jahren war es möglich, nahezu nur auf Basis einer guten Geschäftsidee finanzielle
Mittel zu erhalten. Heute sind die Investoren oder finanzierenden Banken wesentlich kritischer
geworden. Für die meist branchenfremden Investoren ist insbesondere bei Start-up-Unternehmen eine
Plausibilitätsprüfung der Zukunftsaussichten auf der Basis der vorhandenen Informationen höchst
problematisch. Aus diesem Grund wird in aller Regel vor der Mittelvergabe eine intensive Prüfung
des vorgelegten Business-Plans sowie eine sorgfältige Due Diligence-Untersuchung durchgeführt. Was
zählt, sind also neben einer herausragenden Geschäftsidee auch die überzeugende Dokumentation der
Geschäftsaussichten sowie der Faktoren, die das Unternehmen und dessen Erfolg beeinflussen.
Um erfolgreich Kapital einzuwerben, muss das Beteiligungs-Angebot so aufbereitet sein, dass es der
Erwartungshaltung des Investors entspricht.